Ein inklusiver Spielplatz ist kein normaler Spielplatz mit zwei Sondergeräten daneben. Er ist eine Anlage, die von Anfang an so geplant wird, dass ein Kind im Rollstuhl, ein Kind mit Sehbeeinträchtigung und ein voll mobiles Kind zur gleichen Zeit am gleichen Ort spielen können. Dieser Leitfaden beschreibt die Planungsgrundsätze, die anwendbaren Normen, die Fallschutzentscheidung, die in den meisten Projekten falsch getroffen wird, und die Gerätefamilien, die tatsächlich gemeinsames Spiel erzeugen statt bloßen Nebeneinanderspiels.
Die kurze Antwort: Drei Dinge entscheiden darüber, ob ein Spielplatz wirklich inklusiv ist — ein barrierefreier Weg, der die Geräte auch erreicht, ein Bodensystem, das ein Rollstuhl überqueren kann und das trotzdem die Anforderung an die Stoßdämpfung erfüllt, und Geräte, die Kinder unterschiedlicher Fähigkeiten gemeinsam nutzen. Am Fallschutz scheitern die Budgets, denn Schüttmaterial ist günstig und nicht befahrbar, während ein gebundenes oder gefliestes System mehr kostet und als Einziges den Rest der Planung überhaupt funktionieren lässt.
Der rechtliche und normative Rahmen
Zwei Anforderungsfamilien greifen ineinander, und sie werden regelmäßig verwechselt.
Die Sicherheit der Geräte und der Böden regeln EN 1176-1 für Spielplatzgeräte und EN 1177 für stoßdämpfende Spielplatzböden. EN 1176-1 legt die allgemeinen Anforderungen an Gestaltung, Fängstellen, Tragfähigkeit und Kantenausbildung fest; weitere Teile der Reihe befassen sich mit Rutschen, Schaukeln, Karussells und Wippgeräten, und ein eigener Teil regelt Einbau, Kontrolle, Wartung und Betrieb. EN 1177 beschreibt die Bestimmung der kritischen Fallhöhe durch Prüfung im Stoßversuch.
Die Barrierefreiheit selbst wird nicht über eine europäische Norm, sondern über nationales Recht geregelt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ergeben sich die Pflichten aus dem jeweiligen nationalen und regionalen Recht sowie aus kommunalen Vorgaben — prüfen Sie diese Grundlage, bevor Sie das Raumprogramm festschreiben, denn sie bestimmt, welche Anteile der Anlage zwingend barrierefrei zu erschließen sind. In Frankreich etwa unterliegen öffentliche Spielplätze als der Öffentlichkeit zugängliche Anlagen den Barrierefreiheitsanforderungen des Gesetzes vom 11. Februar 2005 und des Dekrets 2006-555; ein Dekret von 1996 macht dort die Einhaltung von EN 1176-1 und EN 1177 verbindlich und verlangt einen dokumentierten Wartungsplan. Die technische Normenlage ist europaweit dieselbe, die Rechtsfolgen sind es nicht.
Ein Begriff gehört in der Ausschreibung sauber verwendet: Die kritische Fallhöhe wird in Metern angegeben und im Stoßversuch nach EN 1177 ermittelt. HIC, das Head Injury Criterion, ist dagegen ein dimensionsloser Index mit einem Akzeptanzgrenzwert von 1000. Die Formulierung HIC 3 Meter in einem Leistungsverzeichnis ist sinnlos. Schreiben Sie stattdessen: Fallschutzboden, dessen nach EN 1177 ermittelte kritische Fallhöhe mindestens der freien Fallhöhe des zugeordneten Geräts entspricht.
Der barrierefreie Weg kommt vor dem Gerät
Ein Rollstuhl erreicht kein Spielgerät über losen Sand, tiefe Rindenmulch oder eine Bordsteinkante — also entscheidet der Weg über die Planung. Bewährte Bemessungswerte, wie sie in der französischen Praxis verwendet werden und in ganz Europa weitgehend übereinstimmen:
| Element | Anforderung |
|---|---|
| Lichte Breite des Hauptwegs | mindestens 1,40 m |
| Längsneigung | unter 5 Prozent, ausnahmsweise bis 8 Prozent mit ebenem Ruhepodest alle 10 m |
| Oberfläche | fest, nicht lose, rutschhemmend: gebundener Gummibelag, wasserdurchlässiger Kunstharzbelag oder Fallschutzplatten |
| Absatzhöhen | keine über 20 mm, unvermeidbare Absatzhöhen mit 1:3 angeschrägt |
| Bewegungsfläche an jedem barrierefreien Gerät | Wendekreis von 1,50 m |
| Orientierung | taktile Leitelemente am Zugang und an Wegkreuzungen für sehbeeinträchtigte Nutzer |
Beton und Asphalt sind unter jedem Gerät mit freier Fallhöhe ausgeschlossen; barrierefreier Weg und Fallschutzbereich müssen deshalb als ein System und nicht als zwei getrennte Gewerke geplant werden. Fallschutzplatten aus Gummi erfüllen beide Aufgaben: Unsere nach EN 1177 geprüfte Fallschutzplatte mit 60 mm kostet 78,00 EUR pro Quadratmeter zzgl. MwSt., dünnere Platten sind für geringere Fallhöhen verfügbar. Verlangen Sie den Prüfbericht mit ausgewiesener kritischer Fallhöhe, keine Marketingangabe.
Geräte, die gemeinsames Spiel erzeugen
Der Planungstest ist einfach: Können ein Kind im Rollstuhl und ein Kind ohne Rollstuhl dieses Gerät gleichzeitig nutzen? Geräte, die diesen Test bestehen, sind ihren Preis wert; Geräte, die nur eine Gruppe nutzen kann, erzeugen eine abgetrennte Ecke.
| Familie | Was zu spezifizieren ist | Warum es funktioniert |
|---|---|---|
| Schaukeln | Wannen- oder Formsitze mit Gurt, besonders große Nestschaukeln und Plattformschaukeln mit seitlichem Zugang | Nestschaukeln tragen mehrere Kinder unterschiedlicher Fähigkeiten gleichzeitig, und die Schaukelbewegung wirkt bei Kindern mit sensorischen Verarbeitungsbesonderheiten dokumentiert beruhigend |
| Karussells | bodengleiche Plattform, niveaugleicher oder gerampter Zugang, Haltegriffe und Seitenschutz | Ein Rollstuhl rollt direkt auf, ein Umsetzen entfällt |
| Sensorikpaneele | Manipulationspaneele, Riesenrechenschieber, Zahnräder und Labyrinthe, montiert zwischen 0,40 m und 1,10 m über Boden | Dieses Montageband ist im Sitzen und im Stehen erreichbar, ein separates Gerät wird nicht benötigt |
| Klang und Musik | Außenxylofone, Trommeln und Klangspiele mit frontaler Annäherung | Die frontale Annäherung macht ein Gerät aus dem Rollstuhl nutzbar, die seitliche in der Regel nicht |
| Sand und Wasser | erhöhte Spieltische mit Beinfreiheit darunter | Macht die beliebteste Spieltätigkeit überhaupt zu einer gemeinsamen |
| Mehrebenen-Spielanlagen | Rampenzugang mit höchstens 10 Prozent Neigung, 1,20 m lichte Breite, beidseitige Absturzsicherung | Erschließt die erhöhte Ebene — dort findet das soziale Spiel statt |
Leitprinzip ist Universal Design: Der Raum wird von Beginn an so gestaltet, dass er für alle funktioniert, statt einer Standardplanung nachträglich angepasste Geräte hinzuzufügen. In der Praxis bedeutet das mehrere Zugänge, großzügige Bewegungsflächen, ein breites Spektrum sensorischer Anregung sowie Sitzgelegenheiten und Beschattung für Begleitpersonen, die selbst in ihrer Mobilität eingeschränkt sein können.
Ein Hinweis zur Normenzuordnung, der in Ausschreibungen häufig durcheinandergeht: Für Kinderspielplatzgeräte gilt EN 1176-1, für den stoßdämpfenden Boden EN 1177 — niemals umgekehrt. EN 16630 für Außen-Fitnessgeräte richtet sich an Erwachsene und hat auf einem Kinderspielplatzgerät nichts zu suchen. Grenzen die beiden Bereiche aneinander, sind sie planerisch und in der Dokumentation sauber zu trennen.
Kontrolle und Dokumentation
Teil 7 der Reihe EN 1176 regelt das Kontrollregime, und an ihm werden Betreiber nach einem Unfall tatsächlich gemessen: visuelle Routinekontrolle, operative Kontrolle im Abstand von einem bis drei Monaten und eine jährliche Hauptinspektion. Dokumentieren Sie jede Kontrolle, jede Reparatur und jeden Teileaustausch mit Datum und Namen. Schüttmaterialien verlangen in diesem Regime die größte Aufmerksamkeit, weil die Schichtdicke durch die Nutzung abnimmt und die kritische Fallhöhe mit ihr sinkt, während gebundene und geflieste Systeme ihre Leistung halten. Ein dokumentierter Wartungsplan und eine unabhängige Konformitätsprüfung vor der Freigabe für die Öffentlichkeit sind in vielen Ländern Pflicht und überall guter Standard.
Häufige Fragen
Sind Rindenmulch oder Sand auf einem inklusiven Spielplatz jemals akzeptabel?
Sie können abseits des barrierefreien Wegs und abseits jedes Geräts eingesetzt werden, das erreichbar sein muss; sie dürfen aber weder den Weg noch die Annäherung an ein barrierefreies Gerät bilden und benötigen über die gesamte Nutzungsdauer eine Kontrolle der Schichtdicke. Die meisten Projekte enden mit einem gebundenen oder gefliesten Weg samt Fallschutzbereich und Schüttmaterial nur in Nebenbereichen.
Wie legen wir die Dicke des Fallschutzbodens fest?
Aus der freien Fallhöhe jedes einzelnen Geräts, nicht aus einem Einheitswert für die gesamte Anlage. Ermitteln Sie die höchste freie Fallhöhe je Fallschutzbereich und spezifizieren Sie dann einen Boden, dessen geprüfte kritische Fallhöhe diesen Wert erreicht oder überschreitet. Verlangen Sie den EN-1177-Prüfbericht für genau das Produkt und genau den Aufbau, den Sie kaufen — einschließlich etwaiger Unterlage.
Kosten inklusive Geräte mehr?
Der Aufpreis auf der Geräteseite ist moderat. Der eigentliche Kostenunterschied liegt bei Boden und Wegen — deshalb gehören sie in das erste Budget und nicht in einen späteren Bauabschnitt. Ein Projekt, das inklusive Geräte auf Schüttmaterial stellt, hat das Geld ausgegeben, ohne das Ergebnis zu erreichen.
Was sollten wir vom Lieferanten verlangen?
Eine Konformitätserklärung nach EN 1176-1 für jedes Gerät mit Angabe der freien Fallhöhe, den EN-1177-Prüfbericht für den Bodenaufbau mit kritischer Fallhöhe, Montagezeichnungen mit eingetragenen Fallschutzbereichen, einen Wartungsplan und eine schriftliche Zusage zur Ersatzteilverfügbarkeit.
Einen inklusiven Spielplatz planen
Light In Fitness fertigt und vertreibt seit 2013 von Tours in Frankreich aus Spiel- und Außensportgeräte und hat mehr als 500 Standorte für Kommunen, Schulen und Bauträger ausgestattet. Wir erstellen die Planung mit eingetragenen Fallschutzbereichen und barrierefreien Wegen, liefern die Konformitätsunterlagen für Ihre Akte und erstellen Angebote innerhalb von 24 Arbeitsstunden.
Fordern Sie ein Angebot für Ihren Spielplatz an oder sehen Sie sich unsere Spielplatzgeräte und Fallschutzböden an.
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Sources et références
- Décret n° 96-1136 du 18 décembre 1996 – prescriptions de sécurité relatives aux aires collectives de jeux (Légifrance)
- NF EN 1176-1 – Équipements et sols d’aires de jeux, partie 1 : exigences de sécurité et méthodes d’essai générales (AFNOR)
- NF EN 1177 – revêtements de surface amortissants : détermination de la hauteur de chute critique (AFNOR)
- Code du sport, articles R322-4 à R322-43 – garanties d’hygiène et de sécurité applicables aux établissements d’activités physiques et sportives (Légifrance)
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