Leasing mit Kaufoption gegen Direktkauf: 7-Jahres-Simulation auf einer Geräteflotte für 120.000 EUR
Über sieben Jahre kostet das Leasing einer Geräteflotte im Wert von 120.000 EUR netto ungefähr so viel wie ihr Direktkauf – vorausgesetzt, der Leasingfaktor bleibt unter 1,15 und die Wartung ist in der Rate enthalten. Ab einem Faktor von 1,25 kostet Leasing spürbar mehr. Der eigentliche Vorteil eines Leasings mit Kaufoption liegt deshalb nicht in den Gesamtkosten, sondern in der geschonten Liquidität zum Start und in der Abzugsfähigkeit der Raten als Betriebsaufwand. Dieser Beitrag rechnet die vollständige Simulation durch und listet die Situationen auf, in denen jede Option objektiv gewinnt. Die allgemeinen Vor- und Nachteile behandelt unser Begleitbeitrag Leasing oder Kauf von Fitnessgeräten; hier stehen die Zahlen.
Die beiden Optionen nebeneinander
- Direktkauf (aus Eigenmitteln oder per Bankdarlehen): Der Betreiber ist ab Lieferung Eigentümer, schreibt über 5 bis 10 Jahre als abzugsfähigen Aufwand ab, zahlt keine Raten und kann am Ende der Nutzungsdauer weiterverkaufen. Gesamtkosten = Kaufpreis + Wartung + Ersatzteile.
- Leasing mit Kaufoption (Mietkauf): Während der Vertragslaufzeit ist der Leasinggeber Eigentümer; die monatlichen Raten sind abzugsfähiger Betriebsaufwand; zum Vertragsende wird eine Kaufoption von 1 bis 15 Prozent des Anfangspreises fällig; der anfängliche Mittelabfluss beträgt null oder eine reduzierte Anzahlung; die Wartung ist häufig in der Rate gebündelt.
Die 7-Jahres-Simulation: eine Kraftfläche von 200 m² für 120.000 EUR netto
| Position | Direktkauf (Eigenmittel) | Leasing über 60 Monate |
|---|---|---|
| Anfänglicher Mittelabfluss | 120.000 EUR | 0 bis 12.000 EUR (0 bis 10 Prozent Anzahlung je nach Vertrag) |
| Monatliche Raten (60 Monate) | – | 2.200 bis 2.600 EUR (Faktor 1,10 bis 1,30) |
| Summe der Raten über 60 Monate | – | 132.000 bis 156.000 EUR |
| Kaufoption zum Vertragsende | – | 1.200 bis 18.000 EUR (1 bis 15 Prozent) |
| Vorbeugende Wartung, 7 Jahre (2 bis 4 Prozent pro Jahr) | 16.800 bis 33.600 EUR | Häufig in der Rate enthalten – im Vertrag prüfen |
| Größere Verschleißteile, 7 Jahre | 8.000 bis 15.000 EUR | Je nach Vertrag enthalten oder nicht |
| Gesamtkosten über 7 Jahre | 144.800 bis 168.600 EUR | 133.200 bis 186.000 EUR |
| Eigentum im Jahr 7 | Ja (Restwert 5 bis 15 Prozent) | Ja, wenn die Option ausgeübt wird; sonst nein |
Alle Angaben sind Richtwerte auf Projektbasis, netto. Die Faktorrechnung ist die entscheidende Kontrolle: Nettopreis × Faktor = Summe der Raten. Ein Faktor von 1,30 macht aus 120.000 EUR Gerätewert 156.000 EUR an Raten, noch vor der Kaufoption.
Fünf Situationen, in denen der Direktkauf gewinnt
- Die Liquidität ist vorhanden und anderswo nicht besser eingesetzt: Barzahlung vermeidet einen Finanzierungsaufschlag von 10 bis 30 Prozent.
- Das Projekt wird öffentlich gefördert: Öffentliche Förderprogramme finanzieren Investitionen, keine Mietzahlungen – ein geleastes Projekt ist in der Regel nicht förderfähig. Für Kommunen ist das das entscheidende Argument; unser Beitrag zur Finanzierung einer Sportanlage vertieft das.
- Sie wollen die Geräte über sieben Jahre hinaus behalten: Gut gewartete Profigeräte leisten 10 bis 15 Jahre und erzeugen nach der Abschreibung Wert ohne jeden Finanzierungsaufwand.
- Sie planen den Weiterverkauf: Eine gepflegte, gekaufte Flotte erzielt im Jahr 7 noch 15 bis 30 Prozent des Neupreises und senkt damit die Nettogesamtkosten.
- Ihr Steuerstatus erlaubt eine wirksame Abschreibung: Kapitalgesellschaften, die über 5 bis 10 Jahre abschreiben, erhalten einen abzugsfähigen Aufwand vergleichbar den Leasingraten, aber ohne Finanzierungsaufschlag.
Fünf Situationen, in denen das Leasing gewinnt
- Die Startliquidität ist knapp: Ein Club, der mit 30.000 EUR eröffnet, kann 120.000 EUR Gerätewert nicht vorab schultern; das Leasing verteilt sie auf 48 bis 60 Monate.
- Sie planen einen Fünfjahreszyklus: zum Vertragsende zurückgeben oder auslösen und neue Geräte leasen – gut geeignet für technologielastige Flächen (Bildschirme, vernetzte Konsolen).
- Der Vertrag bündelt die Wartung: Sind vorbeugende Wartung, Verschleißteile und Kundendienst in der Rate enthalten, gleicht die Ersparnis im Betriebsablauf den Finanzierungsaufschlag teilweise aus.
- Die Rechtsform kann nicht aktivieren: Kleine Strukturen und Vereine, die Geräte nicht abschreiben können, profitieren stärker von vollständig abzugsfähigen Raten.
- Sie erproben ein Konzept: Ein neuartiges Format (HYROX-Zone, EMS-Studio, Fläche für adaptierten Sport) trägt Marktrisiko; Leasing begrenzt den Verlust – scheitert das Konzept, gehen die Geräte zurück, ohne dass ein schwer verwertbarer Vermögenswert bleibt.
Die drei Klauseln, die Sie vor jeder Unterschrift prüfen
- Der Faktor: Über 1,25 auf 60 Monate ist ein Leasing gegen ein festverzinsliches Bankdarlehen selten wettbewerbsfähig.
- Bedingungen für den vorzeitigen Ausstieg: Strafen und Voraussetzungen, wenn Sie in Monat 30 aussteigen müssen.
- Umfang der Wartung: ob vorbeugende Wartung, Verschleißteile und Einsätze tatsächlich enthalten sind, und mit welchen Reaktionszeiten.
Die Falle besteht darin, sich mangels Liquidität automatisch für das Leasing zu entscheiden, ohne zu prüfen, ob ein normales Bankdarlehen oder ein öffentlicher Zuschuss günstiger wäre. Übersteigt der Leasingfaktor 1,20 und liegen die Darlehenszinsen unter 5 Prozent, ist das Darlehen fast immer das bessere Instrument.
Der Liquiditätsverlauf: das Argument, das die Summentabelle verdeckt
Die Siebenjahressummen liegen nah beieinander, die Liquiditätskurven nicht. Der Direktkauf bündelt 120.000 EUR in Monat null – genau dann, wenn eine neue Einrichtung auch Bauarbeiten, Kautionen, Marketing und die ersten Gehälter bezahlt und bevor die ersten Mitgliedsbeiträge eingehen. Das Leasing verteilt dieselben Geräte auf sechzig Raten, die der Umsatz zunehmend tragen kann. Für einen etablierten Betreiber, der eine Flotte ersetzt, wiegt dieses Zeitargument leicht: Rücklagen sind vorhanden, und der Finanzierungsaufschlag ist reiner Aufwand. Für eine Gründerin oder einen Gründer kann er den Unterschied ausmachen zwischen einer Eröffnung mit Sicherheitspolster und einer Eröffnung ohne Reserve. Der richtige Vergleich lautet deshalb nicht Leasing gegen Kauf für sich genommen, sondern Leasing gegen Kauf mit Bankdarlehen – und das Darlehen gewinnt häufig beim Preis, während es die Liquiditätskurve ebenso glättet.
Mischstrategien: Positionen unterschiedlich finanzieren
Nichts zwingt zu einem einzigen Instrument für die gesamte Flotte. Eine verbreitete Struktur finanziert die langlebigen mechanischen Geräte – Racks, Plate-Loaded-Maschinen, Freihanteln, die 15 Jahre und länger halten – über Kauf und least die technologielastige Cardioreihe, die ohnehin im fünften Jahr plausibel erneuert wird. Das bringt jedes Instrument mit der tatsächlichen Lebensdauer des Wirtschaftsguts in Deckung: Eigentum für das, was Sie behalten, Miete für das, was Sie ersetzen. Es streut zudem das Kontrahentenrisiko und hält einen Teil der Flotte unbelastet, falls der Betrieb später Sicherheiten für andere Kredite braucht.
Häufige Fragen
Welche Laufzeit passt am besten zu Fitnessgeräten?
48 bis 60 Monate sind Standard. Unter 36 Monaten werden die Raten drückend; über 60 Monaten fallen Verschleißteile während der Laufzeit aus der Garantie. 48 Monate sind meist der beste Kompromiss zwischen Rate und Abdeckung.
Dürfen öffentliche Auftraggeber Fitnessgeräte leasen?
Rechtlich in den meisten Rechtsordnungen ja, vorteilhaft aber selten: Öffentliche Investitionszuschüsse fördern Käufe, keine Mieten, weshalb öffentliche Projekte ganz überwiegend aus Investitionsbudgets kaufen. Leasing eignet sich allenfalls für temporäre oder experimentelle Bedarfe.
Ist über sieben Jahre Leasing oder Kauf günstiger?
Beide nähern sich an, wenn der Faktor unter rund 1,15 liegt und die Wartung enthalten ist; darüber gewinnt der Kauf. Der Wert des Leasings liegt im Liquiditätsverlauf und in der Risikobegrenzung, nicht im Schlagzeilenpreis.
Was passiert am Ende eines Leasings mit Kaufoption?
Sie üben die Option aus (typischerweise 1 bis 15 Prozent des Anfangspreises) und behalten die Flotte, oder Sie geben die Geräte zurück und beginnen einen neuen Vertrag über neue Maschinen. Entscheiden Sie vor der Unterschrift, welchen Weg Sie gehen wollen, denn davon hängt ab, welcher Faktor akzeptabel ist.
Bietet Light In Fitness Leasing an?
Ja – wir arbeiten mit mehreren Finanzierungspartnern und liefern zu jedem Kaufangebot Leasingsimulationen über 36, 48 oder 60 Monate mit transparenten Faktoren, damit Sie beide Optionen an Ihrem tatsächlichen Projekt vergleichen. Sie wollen die Flotte zuerst dimensionieren? Unser Beitrag zu den Gerätekosten nach Flächengröße hilft dabei.
Dieser Beitrag ist eine Entscheidungshilfe, keine Finanzberatung. Faktoren, Zinsen und Beträge sind Richtwerte und schwanken je nach Finanzierungspartner, Bonität und Marktlage – lassen Sie die Zahlen von Ihrer Steuerberatung prüfen.
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