Die Fläche allein macht noch kein funktionierendes Studio. Der Unterschied zwischen einer Anlage, die zur Stoßzeit verstopft, und einer, die fließt, liegt in der Zonierung, in den Wegen und im Verhältnis von Cardio, Kraft und Functional. Diese Methode liefert belastbare Anhaltswerte für drei gängige Projektgrößen: 100, 300 und 600 m².
100 m²: Studio oder Mikrostandort
Auf 100 m² zählt jeder Quadratmeter. Sie brauchen ein klares Konzept, ob Personal Training, Kleingruppe, Functional oder eine Mischung aus Steckgewicht und freien Gewichten, und einen Grundriss ohne tote Ecken.
Richtwerte für die Aufteilung
- 30 bis 40 m² Functional und Kleingruppe. Ein kompaktes Rig, Zubehör und kurze Wege. Diese Zone trägt betreute Einheiten und Zirkel.
- 30 bis 40 m² Kraft. Bänke, ein Rack und wenige zentrale Steckgewichtmaschinen. Priorität auf Beine, Rücken, Brust und eine Kabelzugstation.
- 10 bis 20 m² Cardio. Zwei bis vier Plätze, typischerweise Laufband, Ergometer und Rudergerät oder Air Bike, dazu Verkehrsfläche und Empfangspunkt.
Auf kleiner Fläche schlägt ein eng gefasster, stimmiger Kern jeden verstreuten Minikatalog. Ein Rack, drei bis vier Steckgewichtmaschinen, einige Cardioplätze und ein belastbarer Boden bringen mehr als ein breiteres, aber dünneres Angebot, weil die Mitglieder finden, wofür sie gekommen sind, statt vor einem kaum genutzten Gerät zu warten.
300 m²: der eigenständige Standort im Quartier
Bei rund 300 m² erreichen Sie das typische Format des unabhängigen Studios: Kraftfläche, eine echte Cardiozone und ein eigener Functional-Bereich.
Richtwerte, ohne Umkleiden und Empfang, sofern diese bereits getrennt liegen
- 80 bis 100 m² Kraftfläche, Steckgewicht und freie Gewichte, gegliedert in eine Beinlinie (Beinpresse, Beinbeuger und Beinstrecker, Abduktoren und Adduktoren), eine Linie für Rücken, Brust und Schulter sowie zwei bis drei Racks mit Bänken und Kurzhanteln.
- 60 bis 80 m² Cardio, acht bis zwölf Plätze: Laufbänder, Ergometer, Crosstrainer, Rudergeräte und gegebenenfalls ein bis zwei HIIT-Geräte.
- 40 bis 60 m² Functional und HIIT: Rig, Zubehör und ein Boden, der abgelegte Lasten verträgt, für Zirkel und Körpergewichtstraining.
- Der Rest: Verkehrsflächen, Dehnbereich sowie eine Ecke für leichte Gewichte und Mobility.
In dieser Größenordnung zählt die Lesbarkeit. Wer eintritt, sollte die drei Zonen auf einen Blick erfassen, ohne den Freihantelbereich zu queren, um an ein Laufband zu gelangen.
600 m²: der vollständige kommerzielle Club
Ab 600 m² wird der Standort zu einem kompletten Club mit mehreren Spezialzonen: schwere Kraft, Cardio, Functional und häufig ein Kursraum oder ein Wellnessbereich.
Eine mögliche Aufteilung
- 150 bis 200 m² Kraftfläche: vollständige Steckgewichtlinien nach Muskelgruppen sowie ein großer Freihantelbereich mit mehreren Racks, Hebeplattformen und dicken Gummifliesen.
- 120 bis 180 m² Cardio: zwanzig bis dreißig Plätze mit Laufbändern, Ergometern, Crosstrainern, Treppensteigern, Rudergeräten und HIIT-Geräten.
- 80 bis 120 m² Functional, Cross Training und HIIT: Rig, Käfige, HIIT-Park, leichtes Strongman-Equipment und Zonenzirkel.
- 60 bis 100 m² Kursfläche, sofern Kurse vorgesehen sind, dazu Mobility- und Dehnbereiche.
Diese Werte sind Spannen, keine Summe. An ihrem oberen Ende beanspruchen die vier Zonen bereits die vollen 600 m² und lassen nichts für Umkleiden, Empfang und Verkehrsflächen. In der Praxis liegt ein reales 600-m²-Projekt nahe am unteren Ende jeder Spanne, oder die Immobilie bietet mehr als 600 m² brutto.
Die Arbeitsmethode besteht darin, zuerst die Zonierung festzulegen und danach jede Zone mit dem passenden professionellen Cardio, den Kraftgeräten, dem Sportboden und dem Zubehör zu füllen, statt Geräte zu kaufen und ihnen anschließend Platz zu suchen.
Regeln für jede Größenordnung
Unabhängig von der Fläche bleiben einige Regeln nicht verhandelbar: Sicherheit, hochwertige Wahrnehmung und Ertrag je Quadratmeter hängen daran.
- Wegeführung. Keine Sackgassen. Freie Gänge um die Geräte und leichter Zugang zu den stark nachgefragten Plätzen, in der Regel Laufbänder, Kabelzüge und Beinpressen.
- Lärmtrennung. Freie Gewichte, Gewichtheben und HIIT auf geeigneten Fliesen, entfernt vom Empfang und nach Möglichkeit entkoppelt von der ruhigen Cardiozone.
- Boden nach Zone. Dickere Gummifliesen unter freien Gewichten und Functional, glattere Beläge in Cardio und Verkehrsflächen, mit der Brandverhaltensklasse, die im Land der Errichtung für Versammlungsstätten gefordert wird.
- Geräteklasse. Schreiben Sie Geräte nach EN ISO 20957-1 Klasse S aus, die Profiklasse für beaufsichtigte gewerbliche Anlagen. Das ist die Referenz, die in einer Ausschreibung und in einer Versicherungsakte zählt.
Häufige Fragen
Welches Verhältnis von Cardio zu Kraft sollte man einplanen?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Auf 100 m² ist Cardio eine unterstützende Funktion und belegt 10 bis 20 Prozent der Fläche. Bei 300 und 600 m² pendelt sich der Anteil typischerweise zwischen 20 und 30 Prozent ein, weil eine kommerzielle Mitgliederbasis zur Stoßzeit eine echte Cardiozone erwartet.
Wie viel Verkehrsfläche ist nötig?
Freie Gänge um jedes Gerät und um den Freihantelbereich, und kein Hauptweg durch eine Hebezone. Die Verkehrsfläche entscheidet darüber, ob eine Fläche hochwertig oder überfüllt wirkt, und sie wird als Erstes geopfert, wenn der Grundriss aus einer Geräteliste statt aus einem Plan entsteht.
Gelten diese Verhältnisse auch außerhalb eines kommerziellen Clubs?
Ja. Hotels, Campingplätze, Wohnbauprojekte, Unternehmensstandorte und Rehabilitationszentren nutzen dieselbe Zonierungslogik, meist mit höherem Cardioanteil und kleinerem oder ganz entfallendem Freihantelbereich.
Fazit
Beginnen Sie mit dem Plan, nicht mit dem Katalog. Legen Sie Zonen, Wege und Boden fest und wählen Sie danach die Ausstattung Zone für Zone: Cardiogeräte für Fitnessstudios, Kraftgeräte, Functional Rigs und die passenden Gummi-Bodenfliesen. Senden Sie uns Ihren Grundriss mit Fläche und Raumhöhe, dann erhalten Sie eine Zonenplanung und eine kalkulierte Geräteliste zurück. Angebot anfordern.
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