Rissiger Asphalt, staubiger Beton, Platten, die sich mit jedem Frost verschieben: Der Außenbelag altert in einer Anlage meist zuerst sichtbar und fällt Besuchern als Erstes auf. Gummipflaster aus recycelten Altreifen bietet Betreibern von Sportanlagen, Hotels, Campingplätzen und Kommunen eine belastbare Alternative aus einem Stoffstrom, der sonst verbrannt oder deponiert würde. Dieser Leitfaden erklärt, was das Material ist, wo es seine Stärken ausspielt und was Sie vor der Ausschreibung prüfen sollten.
Was ist Gummipflaster aus Recyclinggummi?
Gummipflaster wird aus Granulat gefertigt, das aus Altreifen zurückgewonnen, mit einem Polyurethan-Bindemittel gebunden und zu Pflastersteinen oder Platten geformt wird. Das Ergebnis verhält sich völlig anders als ein starrer mineralischer Belag: Es gibt nach, statt zu brechen, es nimmt Stoß auf, statt ihn weiterzuleiten, und es behält seinen Griff, wenn es nass ist.
Da der Rohstoff ein zurückgewonnener ist, hält jeder verlegte Quadratmeter Gummi aus der Entsorgung heraus. Für öffentliche Auftraggeber mit Umweltkriterien in der Ausschreibung ist dieser Rezyklatanteil oft ebenso ausschlaggebend wie die technische Leistung.
Die Nutzungsdauer ist keine einzelne Zahl. Sie hängt von der Dichte des Granulats und der gewählten Stärke ab, weshalb dieselbe Produktfamilie in mehreren Stärken und nicht in einem Einheitsformat angeboten wird.
Warum Gummi statt Asphalt oder Beton
Drei Eigenschaften leisten die eigentliche Arbeit.
Beständigkeit
Gummi ist nachgiebig. Er nimmt die thermische Bewegung auf, statt sich ihr entgegenzustellen, reißt deshalb bei Temperaturwechseln zwischen Sommerhitze und Winterfrost nicht auf und bleicht nicht aus wie ein eingefärbter mineralischer Belag. Er widersteht zudem Chlor, Salz und Kalzium, was genau der Grund dafür ist, dass er rund um Schwimmbecken und auf im Winter gestreuten Flächen eingesetzt wird.
Umweltbilanz
Das Pflaster besteht aus recycelten Altreifen. Die Verlegung bringt einen zweiten, weniger offensichtlichen Vorteil: Gummipflaster wird ohne die schweren Geräte verlegt, die Asphalt erfordert. Das hält Baustellenbelastung, Lärm und Maschinenemissionen niedrig. Auf einem laufenden Betriebsgelände, einer Hotelterrasse oder einem Schulhof zählt das ebenso viel wie das Material selbst.
Sicherheit
Die Oberfläche ist rutschhemmend, was das Verletzungsrisiko durch Ausrutschen und Stürze senkt, und sie ist elastisch genug, um einen Sturz abzufedern. Dient der Belag Kinderspielgeräten, ist Stoßdämpfung keine Zugabe, sondern eine normative Anforderung: Spielplatzgeräte fallen unter EN 1176-1, der stoßdämpfende Fallschutzboden darunter unter EN 1177. Die beiden Normen sind getrennt und gelten beide.
Gummipflaster im Vergleich mit klassischen Belägen
| Kriterium | Gummipflaster | Asphalt | Beton |
|---|---|---|---|
| Verhalten bei Temperaturwechseln | Gibt nach, reißt nicht | Wird weich, reißt dann | Reißt, braucht Fugen |
| Rutschhemmung im Nassen | Hoch | Mittel | Gering bis mittel |
| Stoßdämpfung | Ja, abhängig von der Stärke | Keine | Keine |
| Beständigkeit gegen Chlor, Salz, Kalzium | Ja | Zersetzt sich | Zersetzt sich |
| Benötigte Baumaschinen | Keine | Schwer | Schwer |
| Laufende Pflege | Kehren oder abspülen | Versiegeln, flicken | Versiegeln, flicken |
| Rezyklatanteil | Altreifen | Begrenzt | Begrenzt |
Wo sich Gummipflaster rechnet
Poolumrandung und Nassbereiche
Barfußverkehr, stehendes Wasser und gechlortes Spritzwasser machen den Beckenumgang zu einer der anspruchsvollsten Flächen einer Anlage. Ein rutschhemmender Belag, der Chlor und Salz gleichgültig gegenübersteht, löst zwei Probleme auf einmal und bleibt in direkter Sonne angenehm begehbar, was Naturstein nicht leistet.
Spielplätze und Schulhöfe
Unter und um Spielgeräte herum ist der Belag ein Sicherheitsbauteil. Gummipflaster bringt die geforderte Elastizität mit und ist in genug Farben verfügbar, um Zonen, Wege und Spielfelder dauerhaft zu markieren, ohne Farbe, die nach einer Saison verschwunden ist. Planen Sie den Fallschutz nach der tatsächlichen Fallhöhe des jeweiligen Geräts, nicht nach einer allgemeinen Annahme.
Treppen, Wege und Zugänge
Außentreppen und Fußwege sind der typische Ausgangspunkt von Haftungsfällen nach Stürzen. Gummipflaster liefert über die gesamte Länge eine gleichmäßige Griffigkeit und lässt sich abschnittsweise erneuern, ohne den Weg zu sperren, was bei einem fugenlosen Belag kaum möglich ist.
Ställe, Boxen und Paddocks
Ein elastischer, rutschfester Boden ist gelenkschonender für Pferde als Beton, verringert das Ausrutschen beim Ein- und Austreiben und erleichtert das Ausmisten und Abspülen.
Trainingsflächen
Dieselbe Materiallogik gilt innen und auf Outdoor-Trainingsflächen, wo die Priorität wechselt: Untergrund und Geräte vor fallenden Lasten schützen. Das ist eine andere Auslegung als bei einem Spielflächenbelag, und es lohnt sich, das eigene Programm an Gummi-Bodenfliesen anzusehen, statt ein Landschaftsbaupflaster umzuwidmen.
Farben und Oberflächen
Unifarben wie Grau, Weiß, Orange und Blau decken die meisten architektonischen Vorgaben ab. Das Mischen farbiger Granulate ergibt eine strukturierte, gesprenkelte Oberfläche, die Abnutzung und Laufspuren deutlich besser kaschiert als ein einheitlicher Ton, weshalb sie in stark frequentierten öffentlichen Bereichen die übliche Wahl ist. Farbe ist zugleich ein funktionales Mittel: kontrastierende Bänder markieren Verkehrswege, Aktivitätszonen und Gefahrenkanten ohne zusätzliche Beschilderung.
Richtig ausschreiben: die Prüfpunkte
- Stärke und Dichte nach der tatsächlichen Nutzung, denn davon hängen Nutzungsdauer und Stoßdämpfung ab.
- Die einschlägige Norm: EN 1176-1 für das Spielgerät, EN 1177 für den Fallschutzboden darunter. Übertragen Sie eine Vorgabe nie von der einen auf die andere.
- Der Untergrund. Gummipflaster ist nur so stabil wie das, worauf es liegt; ein verdichteter, dränierender Aufbau gehört in die Ausschreibung und ist kein Nachgedanke.
- Die Entwässerung, besonders rund um Becken und an frostgefährdeten Standorten.
- Farbreferenz und Charge, falls die Fläche später erweitert werden soll.
Häufige Fragen
Muss Gummipflaster versiegelt werden?
Nein. Es braucht weder Versiegelung noch Spezialreiniger. Kehren und Abspülen halten es in Form, was über die Nutzungsdauer einen spürbaren Kostenunterschied gegenüber einem mineralischen Belag ausmacht, der zyklisch neu versiegelt werden muss.
Bleicht die Farbe im Freien aus?
Gummipflaster ist darauf ausgelegt, Farbe und Struktur im Freien zu halten, auch unter den chemisch aggressiven Bedingungen rund um Becken und auf gesalzenen Flächen. Strukturierte Mehrfarboberflächen kaschieren Abnutzung über lange Standzeiten besser als Unifarben.
Kann es auf einem bestehenden Belag verlegt werden?
Ja, auf einem tragfähigen, ebenen und richtig entwässerten Untergrund. Eine intakte bestehende Platte wird häufig weiterverwendet, was ein weiterer Grund dafür ist, dass die Verlegung ohne schweres Gerät auskommt. Ein schädhafter oder vernässter Untergrund muss vorher saniert werden.
Ist es unter Kinderspielgeräten geeignet?
Ja, sofern der Belag als stoßdämpfender Fallschutz für die betreffende Fallhöhe ausgelegt und nach EN 1177 bewertet wird und das Gerät selbst EN 1176-1 entspricht. Unser Programm an Fallschutzböden ist genau dafür gemacht.
Wie schneidet die Pflege gegenüber Asphalt ab?
Asphalt muss geflickt und erneuert werden, sobald er reißt und oxidiert. Gummipflaster ist modular: Ein beschädigtes Element wird einzeln herausgenommen und ersetzt, ohne eine ganze Fläche zu sperren und neu aufzubauen.
Die passende Auslegung für Ihren Standort
Gummipflaster ist kein einzelnes Produkt, sondern eine Familie aus Stärken, Dichten und Oberflächen. Die richtige Wahl hängt davon ab, was auf der Fläche passiert: barfuß laufende Gäste, stürzende Kinder, beschlagene Pferde oder abgesetzte Hanteln führen jeweils zu einer anderen Auslegung. Wenn Sie zwischen Pflaster- und Plattenformat abwägen, ist die Gummifliese 25 mm ein guter Bezugspunkt für lastbeanspruchte Bereiche.
Nennen Sie uns Fläche, Nutzung und Randbedingungen des Standorts, und Sie erhalten von uns eine Auslegung und ein bepreistes Angebot. Angebot anfordern und unser Team geht die Optionen mit Ihnen durch.
Réalisations documentées
- Dalles et sols sportifs : livraisons documentees – plusieurs chantiers
- Sol sportif exterieur, square Georges-Vallerey – Taverny (95)
Sources et références
- Décret n° 96-1136 du 18 décembre 1996 – prescriptions de sécurité relatives aux aires collectives de jeux (Légifrance)
- NF EN 1176-1 – Équipements et sols d’aires de jeux, partie 1 : exigences de sécurité et méthodes d’essai générales (AFNOR)
- NF EN 1177 – revêtements de surface amortissants : détermination de la hauteur de chute critique (AFNOR)



