Eine Zwischenkategorie zwischen privat und gewerblich gibt es in der einschlägigen Norm nicht: EN ISO 20957-1:2024 kennt die Klasse S (Studio und gewerbliche Nutzung), eine Klasse für die private Nutzung im Haushalt und die Klasse I (institutionelle, professionelle Nutzung mit barrierefreiem Zugang), dazwischen nichts. Was der Markt unter einem Zwischenetikett verkauft, sind fast immer privat eingestufte Geräte mit gewerblicher Vermarktung. Sie kosten in der Anschaffung 40 bis 60 % weniger als echte Geräte der Klasse S, kommen über zehn Jahre gewerblichen Betriebs aber rund 35 % teurer. Hier finden Sie den technischen Unterschied, das Zehnjahres-Kostenmodell und die Fragen, die ein privat eingestuftes Gerät vor der Unterschrift auffliegen lassen.
Was die Norm tatsächlich sagt
EN ISO 20957-1:2024, die an die Stelle der bekannten Reihe EN 957 getreten ist, legt Anforderungen an Genauigkeit, Dauerhaltbarkeit und Sicherheit stationärer Trainingsgeräte fest und ordnet jedes Gerät einer Nutzungsklasse zu:
- Klasse S: gewerbliche Nutzung in Studios, Clubs, Hotels und jeder Einrichtung, die Mitgliedern oder der Öffentlichkeit offensteht. Geprüft auf intensiven Betrieb mit vielen Nutzern.
- Die private Nutzungsklasse: für den Gebrauch im Haushalt konstruiert und geprüft, also für leichte, private Nutzung mit geringer Häufigkeit.
- Klasse I: die professionelle Nutzung mit inklusivem, barrierefreiem Zugang, etwa in Schulen, in der Rehabilitation und in Pflegeeinrichtungen, mit eigenen Annahmen zur Beaufsichtigung. Sie ist keine höhere Beanspruchungsstufe als die Klasse S, sondern eine andere Nutzungsart.
Begriffe wie professionell oder halbprofessionell sind unreguliertes Marketing. Die Falle: Händler stellen privat eingestufte Geräte unter einem Zwischenetikett in gewerbliche Studios. In einer öffentlich zugänglichen Anlage erfüllen diese Geräte die Anforderungen der Klasse S nicht, und wenn sich ein Mitglied verletzt, steht der Betreiber unmittelbar in der Haftung. Siehe unsere Übersicht zu Normen und Konformität bei Sportgeräten und die Übersicht der europäischen Fitnessnormen.
Klasse S gegen privat eingestufte Geräte: die technische Realität
| Technisches Kriterium | Klasse S (gewerblich) | Privat eingestuft, als Zwischenstufe verkauft | Privat eingestuft, ehrlich deklariert |
|---|---|---|---|
| Vorgesehene Beanspruchung | Intensiv, 12 bis 16 h/Tag, 7 Tage die Woche | Moderat, angeblich 6 bis 10 h/Tag | Leicht, 1 bis 3 h/Tag |
| Stahlstärke des Rahmens | 3 bis 5 mm | 2 bis 3 mm | 1,5 bis 2 mm |
| Rohrprofile | 60 mal 120 mm bis 100 mal 150 mm | 50 mal 80 mm bis 60 mal 100 mm | 40 mal 60 mm bis 50 mal 80 mm |
| Seile (Steckgewicht) | 6 bis 7 mm Durchmesser, 1.960 bis 2.200 kg Bruchlast | 5 bis 6 mm, 1.200 bis 1.600 kg | 4 bis 5 mm, 800 bis 1.000 kg |
| Lager und Umlenkrollen | Gekapselte Industrielager | Standardlager | Gleitbuchsen oder einfache Lager |
| Polsterung | HR-Schaum 50 bis 65 kg/m3, schweißbeständiger Bezug | HR-Schaum 35 bis 45 kg/m3 | Standardschaum 25 bis 30 kg/m3 |
| Oberfläche | Epoxid-Pulverbeschichtung 80 bis 120 µm | Pulverbeschichtung 60 bis 80 µm | Flüssiglack 30 bis 50 µm |
| Maximales Nutzergewicht | 150 bis 200 kg | 120 bis 150 kg | 100 bis 130 kg |
| Lebensdauer im gewerblichen Einsatz | 8 bis 15 Jahre | 3 bis 6 Jahre | 1 bis 3 Jahre |
Gesamtkosten über zehn Jahre: der echte Vergleich
Ein konkretes Beispiel: ein Park von 15 Steckgewichtsgeräten für eine Kraftfläche von 200 m2.
| Kostenposition über 10 Jahre | 15 Geräte der Klasse S | 15 privat eingestufte Geräte |
|---|---|---|
| Erstanschaffung (mal 15) | 52.500 EUR (3.500 EUR je Gerät) | 30.000 EUR (2.000 EUR je Gerät) |
| Ersatz in den Jahren 4 bis 5 | 0 EUR | 20.000 EUR (10 Geräte ersetzt) |
| Ersatz in den Jahren 7 bis 8 | 0 EUR | 15.000 EUR (die übrigen 5 zuzüglich Wiederersatz) |
| Kumulierte Wartung (Seile, Polster, Rollen) | 7.500 EUR | 12.000 EUR |
| Kumulierte Ausfallzeit | rund 20 Tage | rund 90 Tage |
| Geschätzter Umsatzeffekt der Ausfallzeit | 1.000 EUR | 4.500 EUR |
| SUMME ÜBER ZEHN JAHRE | 61.000 EUR | 81.500 EUR |
| Kosten je Gerät und Jahr | 407 EUR | 543 EUR |
Der Park aus privat eingestuften Geräten kostet über zehn Jahre 20.500 EUR mehr, ein Aufschlag von 34 %. Die beim Kauf gesparten 22.500 EUR werden nicht nur aufgezehrt, sondern kehren sich um, und dieses Modell lässt den Schaden bei der Mitgliederbindung durch außer Betrieb stehende Geräte noch außen vor. Alle Angaben sind Projektschätzungen ohne Mehrwertsteuer; die verdeckten Positionen behandeln wir unter Wartung von Fitnessgeräten: die verdeckten Kosten.
Wo privat eingestufte Geräte im gewerblichen Studio zuerst versagen
- Seile (Monat 12 bis 18): Seile mit 4 bis 5 mm Durchmesser franst der intensive Einsatz auf; ein professionelles Seil mit 6 bis 7 mm hält unter denselben Bedingungen 36 bis 48 Monate. Ersatz 80 bis 150 EUR je Gerät zuzüglich Arbeitszeit.
- Polsterung (Monat 18 bis 24): Schaum geringer Dichte bricht zusammen und der Bezug reißt. Bei Geräten der Klasse S mit HR-Schaum von 50 bis 65 kg/m3 hält die Polsterung 5 bis 7 Jahre, und abgenutzte Polster sind das sichtbare Signal Nummer eins, das Mitglieder vertreibt.
- Rollen und Lager (Monat 24 bis 36): Gleitbuchsen quietschen, bringen Ruckeln in die Bewegung und beschleunigen den Seilverschleiß; gekapselte Industrielager beseitigen das Problem.
- Lack (Monat 6 bis 12): Eine Schicht von 30 bis 50 µm platzt an den Kontaktstellen ab und erzeugt sofort einen Eindruck von Verfall. Eine Epoxid-Pulverbeschichtung von 80 bis 120 µm hält rund fünfmal so lange.
- Rahmen und Schweißnähte (Monat 36 bis 60): Dünne Rohre verformen sich unter wiederholter Last, und Schweißnähte reißen an den Spannungsstellen. Das ist der Punkt ohne Wiederkehr, denn ein versagender Rahmen ist nicht reparierbar.
Wann privat eingestufte Geräte die richtige Wahl sind
Privat eingestufte Geräte sind nicht schlecht, sie sind für moderate Beanspruchung ausgelegt und bleiben in bestimmten Zusammenhängen die richtige Wahl:
- Privates Trainingszimmer zu Hause: 1 bis 3 Nutzer, 1 bis 2 Stunden am Tag; dort halten sie 8 bis 12 Jahre.
- Firmenraum mit geringem Andrang: 10 bis 20 aktive Beschäftigte, 2 bis 3 Gerätestunden am Tag; bei knappem Budget vertretbar.
- Personal-Training-Studio im Einzelunterricht: beaufsichtigte Nutzung, kontrollierte Lasten; 5 bis 6 Jahre Standzeit sind realistisch.
- Ergänzende Ausstattung: Eine leichte Multistation in einer Aufwärm- oder Dehnecke kann eine Hauptfläche der Klasse S ergänzen.
Für jede öffentlich zugängliche Anlage mit Mitgliedschaften und durchgehendem Betrieb ist die Klasse S die einzige wirtschaftlich und rechtlich rationale Spezifikation.
Die Schwelle: Nutzungen je Tag
- Unter 15 Nutzungen je Gerät und Tag: Bei kritischem Budget kann ein privat eingestuftes Gerät genügen; rechnen Sie mit 5 bis 7 Jahren.
- 15 bis 30 Nutzungen am Tag: die Grauzone. Privat eingestufte Geräte halten 3 bis 4 Jahre, Klasse S 8 bis 10; die Klasse S rechnet sich ab dem vierten Jahr.
- Über 30 Nutzungen am Tag: Privat eingestufte Geräte überstehen keine drei Jahre; die Klasse S ist ab dem zweiten Jahr im Vorteil.
In einem Club von 200 m2 mit 300 bis 500 aktiven Mitgliedern erlebt jedes Kraftgerät 25 bis 45 Nutzungen am Tag, womit die Frage entschieden ist.
Dieselbe Übung, zwei Klassen: eine Brustpresse im Vergleich
| Merkmal | Brustpresse der Klasse S | Privat eingestufte Brustpresse (Generikimport) |
|---|---|---|
| Rahmen | Rohr 60 mal 120 mm, Stahl 3 mm, robotergeschweißt | Rohr 50 mal 80 mm, Stahl 2 mm, handgeschweißt |
| Gewichtsblock | 100 kg spanend gefertigte Platten, Führungsstangen aus Edelstahl | 80 kg lackierte Platten, verchromte Stahlführungen |
| Seil | 6 mm Durchmesser, 1.960 kg Bruchlast, mit Nylonmantel | 5 mm, 1.200 kg, mit PVC-Mantel |
| Polsterung | HR-Schaum 55 kg/m3, schweißbeständig, Farbe wählbar | Schaum 30 kg/m3, Standardschwarz |
| Biomechanik | Konvergierende Bewegung, natürlicher Druckbogen | Lineare Bewegung, Belastung der Schulter |
| Gerätegewicht | rund 220 kg, maximale Standfestigkeit | rund 140 kg, Kippgefahr unter Last |
| Konformität | EN ISO 20957-1:2024 Klasse S, Dauerprüfung über 200.000 Zyklen | Private Nutzungsklasse, häufig ohne Dauerprüfung |
| Richtpreis | 2.800 bis 4.200 EUR netto | 1.200 bis 2.000 EUR netto |
| Lebensdauer bei mehr als 30 Nutzungen am Tag | 10 bis 15 Jahre | 3 bis 5 Jahre |
Fünf Fragen, die ein privat eingestuftes Gerät auffliegen lassen
- Welcher Nutzungsklasse nach EN ISO 20957-1:2024 ist dieses Gerät zugeordnet? Verlangen Sie für jede gewerbliche Nutzung die Klasse S schriftlich und lehnen Sie alles ab, was ohne diese Angabe für Studios angeboten wird.
- Wie dick ist der Stahl des Rahmens? Mindestens 3 mm für den gewerblichen Betrieb; darunter handelt es sich um verkleidete Haushaltsware.
- Wurde die Dauerprüfung über 200.000 Zyklen durchgeführt? Fordern Sie den Bericht an; privat eingestufte Geräte haben ihn in der Regel nicht.
- Welche Garantie gilt auf den Rahmen und welche auf Verschleißteile? Professioneller Maßstab: 5 bis 10 Jahre auf den Rahmen, 2 bis 3 Jahre auf Teile. Zwischenangebote nennen typischerweise 2 Jahre pauschal, und die Teile versagen innerhalb dieser Frist.
- Werden Ersatzteile in Europa bevorratet? Ein in Asien bestelltes Seil bedeutet 3 bis 4 Wochen Stillstand; bestehen Sie auf örtlich bevorrateten Teilen mit Versand innerhalb von 48 Stunden.
Häufig gestellte Fragen
Kann ein Gerät als Zwischenstufe zertifiziert sein?
Nicht als solche, denn eine Zwischenklasse gibt es in EN ISO 20957-1:2024 nicht. Ein so vermarktetes Gerät ist entweder nach Klasse S zertifiziert, der privaten Nutzungsklasse zugeordnet oder überhaupt nicht zertifiziert. Fragen Sie nach und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben.
Darf ich privat eingestufte Geräte in einem kostenpflichtigen Studio einsetzen?
Die Norm ist für sich genommen kein Gesetz, doch in den meisten europäischen Rechtsordnungen verlangt die Verkehrssicherungspflicht des Betreibers Geräte, die für ihren Einsatz geeignet sind. Im Schadensfall ist Haushaltsware im gewerblichen Betrieb ein erhebliches Haftungsrisiko und zugleich ein Garantieverlust.
Warum kostet die Klasse S nicht das Doppelte, wenn sie doppelt so viel Gerät ist?
Wegen des Vertriebs. Der Direktverkauf spart die Zwischenhändlermarge: Echte Steckgewichtsgeräte der Klasse S beginnen bei rund 2.200 EUR netto und überschneiden sich damit mit dem Preisband, das Händler für privat eingestufte Geräte unter einem Zwischenetikett verlangen.
Und was ist mit der Klasse I?
Die Klasse I deckt institutionelle Zusammenhänge ab, also Schulen, Rehabilitation und Pflegeeinrichtungen, mit eigenen Annahmen zu Beaufsichtigung und Zugänglichkeit. Sie steht für professionelle Nutzung mit inklusivem Zugang und nicht für eine höhere Beanspruchung als die Klasse S. Für ein gewöhnliches gewerbliches Studio bleibt die Klasse S die Referenz.
In Klasse S ausstatten, zum richtigen Preis
Senden Sie uns Ihren Grundriss und Ihr Budget: Wir zeigen Ihnen, wie Sie vollständig in Klasse S ausstatten, zu Preisen, die mit denen von Händlerangeboten der Zwischenkategorie mithalten, auf Wunsch mit Leasing über 36 bis 60 Monate. Fordern Sie ein individuelles Angebot an.
Sources et références
- NF EN ISO 20957-1 – équipement d’entraînement fixe, partie 1 : exigences générales de sécurité et méthodes d’essai (AFNOR)
- AFNOR Normalisation – dossier thématique sur les appareils d’entraînement fixes et leurs classes d’usage
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