Ein inklusiver Bodenbelag vereint drei Eigenschaften: eine schwellenlose Rollfläche für Rollstühle, einen deutlichen visuellen Kontrast für Menschen mit Sehbeeinträchtigung und klar unterscheidbare taktile Hinweise. Gummifliesen erfüllen alle drei Funktionen über die Wahl von Farben, Oberflächenreliefs und Dicken. Die Ausführung fällt unter die Anforderungen an die Barrierefreiheit von öffentlich zugänglichen Gebäuden.
Barrierefreiheit ist mehr als eine rechtliche Pflichtübung. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation leben weltweit rund 1,3 Milliarden Menschen mit einer Form von Behinderung, mehr als 80 Millionen davon in Europa. Für Kommunen, Betreiber und Planungsbüros ist ein Bodenbelag, der für alle funktioniert, damit vom Detail am Ende zur Planungspriorität geworden.
Barrierefreier Boden für Rollstuhlnutzer und Menschen mit eingeschränkter Mobilität
Was die Oberfläche leisten muss
Ein Boden, auf dem Menschen im Rollstuhl, an Unterarmgehstützen oder mit Rollator unterwegs sind, muss vier Kriterien gleichzeitig erfüllen:
- Standfestigkeit: keine Fliesen, die sich verschieben, keine offenen Fugen.
- Ebenheit: nichts, worin sich ein Lenkrad verfängt.
- Rutschhemmung: besonders in Nassbereichen und im Freien.
- Mechanische Belastbarkeit: trägt Nutzer und Ausstattung ohne bleibende Verformung.
Warum Gummifliesen die Aufgabe erfüllen
- Kontrollierte Elastizität: angenehm unter Rädern und Schritten, ohne so weich zu sein, dass sie den Schub des Rollstuhls schluckt.
- Rutschhemmung nach DIN 51130 klassifiziert, je nach Modell R10 bis R13.
- Schallabsorption, in öffentlich zugänglichen Gebäuden ein echter Vorteil.
- Angenehme Fußwärme, auch im Winter.
- Beständigkeit gegen Witterung und UV-Strahlung.
Empfohlene Dicke nach Einsatzbereich
| Einsatzbereich | Empfohlene Dicke | Rutschklasse |
|---|---|---|
| Innen, öffentlich zugängliches Gebäude | 6 bis 8 mm | mindestens R10 |
| Außen, starkes Gefälle | 10 bis 15 mm | R11 bis R12 empfohlen |
| Ruhe- und Aufenthaltsbereiche | 15 bis 25 mm | R10 bis R12 |
Die Anforderungen an die Barrierefreiheit öffentlich zugänglicher Gebäude regelt die nationale Gesetzgebung des jeweiligen Landes; sie bestimmt Neigungen, Podeste, Oberflächeneigenschaften und Kennzeichnung. Spezifizieren Sie nach den am Standort geltenden Regeln und lassen Sie die Planung von der Stelle prüfen, die die Abnahme verantwortet.
Bodenindikatoren für Menschen mit Sehbeeinträchtigung
Wozu sie dienen
Taktile Bodenindikatoren weisen Menschen mit Sehbeeinträchtigung auf eine Veränderung ihrer Umgebung hin: den Beginn einer Treppe, einen Überweg, eine Bahnsteigkante, jede Gefahr, die erkannt werden muss, bevor sie erreicht wird. Sie werden mit dem Fuß und mit dem Langstock gelesen – deshalb ist ihre Geometrie geregelt und nicht dekorativ.
Was die Spezifikation abdecken muss
| Anforderung | Wie sie bestimmt wird |
|---|---|
| Reliefgeometrie (Noppen oder Rippen) | Festgelegt durch die Regelung für Bodenindikatoren des Landes, in dem eingebaut wird |
| Visueller Kontrast | Deutlicher Kontrast zur angrenzenden Fläche; das Mindestmaß quantifiziert die nationale Regelung |
| Rutschhemmung | Mindestens R11 empfohlen, klassifiziert nach DIN 51130 |
| Mechanische Belastbarkeit | Ausgelegt für starke Begehung und Rolllasten wie Rollstühle und Wagen |
Festzuhalten ist: Durchmesser, Höhe und Abstand der Noppen sind keine Geschmacksfrage und in den Märkten nicht identisch. Klären Sie die von der am Standort geltenden Regelung verlangte Geometrie vor der Bestellung – ein Bodenindikator mit dem falschen Muster wird von den Menschen, die auf ihn angewiesen sind, nicht richtig gelesen.
Warum Gummi hier funktioniert
- Hohe Beständigkeit gegen Frost-Tau-Wechsel, UV-Strahlung und Chemikalien.
- Elastizität, die Schwingungen dämpft und Fuß wie Langstock schont.
- Einfache Verlegung auf Beton, Fliesen oder Asphalt.
- Erhältlich als selbstklebende Fliesen oder zum Verkleben mit Zweikomponenten-Polyurethanklebstoff.
Geneigte Zugänge mit rutschhemmenden Fliesen sichern
Wo das Risiko liegt
Rampen bündeln das Rutschrisiko, im Freien und bei Nässe besonders. Sie sind zugleich die Stelle, an der ein unzugängliches Gebäude zugänglich wird – die Oberfläche muss dort zuverlässig funktionieren und nicht nur ausreichend.
Was Gummifliesen beitragen
- Ein hoher Reibbeiwert, der auch nass trägt, mit R12 und R13 verfügbar.
- Strukturierte Oberfläche: feine Körnung, Rippen oder Noppen.
- Hohe Maßhaltigkeit, sodass der Belag nicht hangabwärts wandert.
Ablauf der Verlegung
- Untergrund vorbereiten: glatter Beton oder Asphaltbelag, gereinigt und entfettet.
- Fliesen verlegen: Polyurethanklebstoff mit guter Zugfestigkeit, beginnend am Fuß der Neigung.
- Kontrollieren: keine Blasen, keine sich lösenden Ränder, keine offenen Fugen.
Ein Punkt gehört betont, weil er häufig verwechselt wird: Die zulässige Neigung eines barrierefreien Fußweges ist gering und wird von der nationalen Gesetzgebung zur Barrierefreiheit festgelegt; die weit steileren Neigungen, die für Fahrzeugrampen genannt werden, gelten nicht für einen Weg, den Rollstuhlnutzer befahren. Prüfen Sie den Wert für Fußwege in der am Standort geltenden Regelung, statt anzunehmen, ein für starkes Gefälle geeigneter Belag mache dieses Gefälle barrierefrei.
Einen Sinnespfad aus Gummifliesen anlegen
Was ein Sinnespfad leistet
Ein Sinnespfad ist eine Strecke, auf der Kinder und Erwachsene über den Fuß unterschiedliche Empfindungen erkunden: Texturen, Temperaturkontraste, Vibration, wechselnde Festigkeit. Eingesetzt wird er in öffentlichen Parks, in Pflege- und Sozialeinrichtungen und in Förderschulen – besonders wirksam als gemeinsamer Raum, in dem Nutzer sehr unterschiedlicher Fähigkeiten dieselbe Tätigkeit nebeneinander ausüben.
Warum Gummi passt
- Sicherheit: stoßdämpfend, nach EN 1177 geprüft, wo der Pfad an Spielgeräte grenzt.
- Einfache Reinigung, in Pflegeeinrichtungen entscheidend.
- Freiheit bei der Kombination von Texturen, Farben und Formen.
- Hohe Verschleißfestigkeit, auch im Freien.
Beispiele für Module
- Glatte Fliesen für eine weiche, neutrale Empfindung.
- Noppenfliesen zur Fußsohlenstimulation.
- Genutete oder gerippte Fliesen.
- Thermochrome Fliesen, die bei Wärme die Farbe wechseln.
Vorgehen
- Planung: Länge der Strecke festlegen und die Zonen mit unterschiedlichen Empfindungen definieren.
- Texturen: mindestens drei verschiedene Texturen werden empfohlen.
- Einbau: auf Betonplatte oder verdichteter Tragschicht, mit sorgfältiger Verfugung zwischen den Modulen.
- Sicherung: Randeinfassungen gegen Stolperstellen am Umfang.
Anzuwendende Normen
| Kriterium | Anzuwendende Norm |
|---|---|
| Stoßdämpfung | EN 1177 |
| Brandverhalten | EN 13501-1 |
| Rutschhemmung | DIN 51130, R10 und höher |
Was Sie vom Lieferanten verlangen sollten
- Nach EN 1177 zertifizierte Fliesen, wo Stoßdämpfung Teil der Aufgabe ist.
- REACH-Konformität, frei von gefährlichen Stoffen.
- Hersteller mit Zertifizierung nach ISO 9001 und ISO 14001.
- Konformität mit der am Standort geltenden Gesetzgebung zur Barrierefreiheit.
- Brandverhalten klassifiziert als Bfl-s1 oder Cfl-s1 nach EN 13501-1, mit angegebenem Rauchindex.
Unsere Gummi-Bodenfliesen werden mit den entsprechenden Nachweisen geliefert, und Brandschutz-Gummifliesen stehen bereit, wo die Klassifizierung ausgeschrieben ist. Bedient ein inklusiver Weg eine Trainingsfläche, sind unsere Geräte für barrierefreie Outdoor-Fitness auf dasselbe Nutzerprofil ausgelegt.
Häufige Fragen
Eignen sich Gummifliesen für den Außenbereich?
Ja. Sie widerstehen UV-Strahlung, Temperaturwechseln und Regen, und es gibt eigens für den Außeneinsatz konzipierte Modelle.
Lässt sich ein Sinnespfad auf gewachsenem Boden anlegen?
Ja, aber der Untergrund muss zuvor mit verdichtetem Schotter stabilisiert werden, sonst setzen sich die Module ungleichmäßig.
Sind Bodenindikatoren vorgeschrieben?
In öffentlich zugänglichen Gebäuden und im öffentlichen Raum verlangt die Gesetzgebung zur Barrierefreiheit, Gefahrenstellen wie Treppen und Überwege für Menschen mit Sehbeeinträchtigung kenntlich zu machen. Die konkrete Pflicht und die verlangte Geometrie ergeben sich aus den am Standort geltenden Regeln.
Kann man die Fliesen selbst verlegen?
Auf kleinen Flächen ja. Im öffentlichen Raum und bei nennenswertem Gefälle gehört die Arbeit in Fachhand – Klebstoffwahl und Fugendetail entscheiden über die Sicherheit der Fläche.
Welche Rutschklasse ist zu spezifizieren?
Innen mindestens R10, im Freien und im Gefälle R11 bis R12 und auf Bodenindikatoren mindestens R11, jeweils nach DIN 51130.
Einen inklusiven Boden spezifizieren
Ein inklusiver Boden ist kein einzelnes Produkt. Er besteht aus Zonen – Bewegung, Warnung, Sinneswahrnehmung – mit jeweils eigener Dicke, Textur, Farbkontrast und Rutschklasse, schwellenlos aneinandergefügt. Senden Sie uns Grundriss, Nutzerprofil und Standortland – Sie erhalten eine Spezifikation Zone für Zone. Angebot anfordern und wir beginnen.
Réalisations documentées
- Dalles et sols sportifs : livraisons documentees – plusieurs chantiers
- Sol sportif exterieur, square Georges-Vallerey – Taverny (95)
Sources et références
- Décret n° 96-1136 du 18 décembre 1996 – prescriptions de sécurité relatives aux aires collectives de jeux (Légifrance)
- NF EN 1176-1 – Équipements et sols d’aires de jeux, partie 1 : exigences de sécurité et méthodes d’essai générales (AFNOR)
- NF EN 1177 – revêtements de surface amortissants : détermination de la hauteur de chute critique (AFNOR)
- Arrêté du 19 avril 2011 – étiquetage des produits de construction ou de revêtement de mur ou de sol sur leurs émissions de polluants volatils (Légifrance)



