Kurz gefasst: Ein Fitnessraum im Pflegeheim ist kein verkleinertes kommerzielles Studio. Die Geräte müssen bei sehr geringem Widerstand beginnen, nahezu ohne Verstellung nutzbar sein, aus dem Rollstuhl erreichbar bleiben und standfest sein, wenn sich eine Bewohnerin daran hochzieht. Sind diese vier Punkte gelöst, wird der Raum genutzt; sind sie es nicht, wird er zum Abstellraum.
Angepasste körperliche Aktivität in der stationären Pflege ist keine Kür mehr. Krafttraining, Sturzprävention, Erhalt der Selbstständigkeit und Lebensqualität sind dokumentierte und messbare Effekte. Dennoch nimmt ein großer Teil der Bewohnerinnen und Bewohner nie an regelmäßigen Bewegungseinheiten teil, meist weil das Haus keinen geeigneten Raum hat oder weil die vorhandenen Geräte nicht zu ihren Fähigkeiten passen. Dieser Leitfaden richtet sich an Heimleitungen, Pflegedienstleitungen, Architekturbüros und öffentliche Träger, die einen Fitnessraum im Pflegeheim oder in einer Seniorenresidenz neu schaffen oder umbauen. Er behandelt die fachliche Begründung, die Geräte, die Raumplanung, die geltenden Normen, die Betreuung und den Aufbau des Budgets.
Warum Bewegung in der Pflege zählt
Der Sturz ist das zentrale Risiko
Etwa jede dritte ältere Person stürzt mindestens einmal im Jahr, und der Anteil steigt mit dem Alter. In einer Pflegeeinrichtung sind die Folgen unverhältnismäßig schwer: Hüftfraktur, beschleunigter Verlust der Selbstständigkeit, posttraumatische Depression und ein Sprung im Pflegebedarf. Alles andere in diesem Raum ist dazu da, dieses Risiko zu senken.
Bewegung ist die wirksamste Gegenmaßnahme
Die fachliche Lage ist eindeutig. Programme, die Krafttraining, Gleichgewicht und Propriozeption verbinden, senken das Sturzrisiko nach den vorliegenden Metaanalysen um 20 bis 40 Prozent. Das stellt angepasste körperliche Aktivität an die Spitze jedes Sturzpräventionskonzepts.
Widerstandstraining an Kraftgeräten verbessert gezielt die Kraft der unteren Extremitäten, die Gehgeschwindigkeit, das Gleichgewicht und das Selbstvertrauen. Veröffentlichte Arbeiten berichten über einen Zuwachs von rund 33 Prozent bei der Kniestreckung innerhalb von 12 Wochen; ein zwölfwöchiges Programm mit drei Einheiten pro Woche zeigte Zuwächse von etwa 29 Prozent an der Beinpresse neben jenen 33 Prozent bei der Kniestreckung. Diese Zugewinne schlagen unmittelbar darauf durch, ob jemand vom Stuhl aufstehen, Treppen steigen und selbstständig gehen kann, und genau das verzögert den Weg in die schwere Pflegebedürftigkeit.
Kognitive und soziale Wirkung
Über das Körperliche hinaus gliedern Gruppeneinheiten den Tag, schaffen gemeinsame Momente und wirken der Vereinsamung entgegen, die selbst ein wesentlicher Risikofaktor bei pflegebedürftigen älteren Menschen ist. Auch bessere Aufmerksamkeit und ein langsamerer kognitiver Abbau werden beschrieben. In der Praxis ist es meist die soziale Wirkung, die die Teilnahme trägt, sobald der Reiz des Neuen nachlässt.
Auswahlkriterien für die Geräte
| Kriterium | Besondere Anforderung in der Pflege |
|---|---|
| Einfache Bedienung | Selbsterklärende Bedienelemente, wenige oder keine Einstellungen |
| Passive Sicherheit | Not-Aus bei motorisierten Geräten, Sturzsicherungen, niedriger Lastbereich |
| Rollstuhlzugänglichkeit | Aus dem Rollstuhl erreichbar, höhenverstellbare, wegschwenkbare oder abnehmbare Sitze |
| Niedriger Einstiegswiderstand | Last ab null oder ab 1 bis 2 kg |
| Standsicherheit | Breite Basis, tiefer Schwerpunkt, sicher als Aufstehhilfe |
| Einfache Pflege | Leicht zu reinigen, wenige offen liegende bewegte Teile |
Geräte nach Einsatzbereich
Kraftgeräte mit geführter Last
Das ist die für Bewohnerinnen und Bewohner wichtigste Kategorie. Geräte mit geführter Last wie Beinpresse, Kniestreckung und Rudern im Sitzen trainieren die vorrangigen Muskelgruppen, also untere Extremitäten, Rücken und Rumpf, mit präzise dosierter Last und ohne Gleichgewichtsrisiko. Modelle für ältere Nutzergruppen erkennt man an sehr niedrigen Startgewichten in der Größenordnung von 2 bis 5 kg, an Sitzen, die sich mit einem einfachen Hebel oder Griff verstellen lassen, und an einer weichen Seilführung. Unsere Steckgewicht-Maschinen decken diese Bewegungen ab; fragen Sie die Option feiner Zwischengewichte ausdrücklich an.
Liege- und Halbliegeergometer
Das Halbliegeergometer ist für Bewohnerinnen und Bewohner mit eingeschränkter Mobilität das natürliche erste Gerät. Die zurückgelehnte Position entlastet die Lendenwirbelsäule, Ein- und Ausstieg sind unkompliziert. Der Widerstand beginnt sehr niedrig und kann von einer Betreuungskraft eingestellt werden statt vom Nutzer selbst. Professionelle Liegeergometer ermöglichen ein sanftes Herz-Kreislauf-Training, das zu den Fähigkeiten der Gruppe passt.
Laufbänder mit niedriger Startgeschwindigkeit
Ein Laufband mit stabilen Haltegriffen und einer Startgeschwindigkeit von 0,5 km pro Stunde ist ein Kernstück für funktionelle Rehabilitation und Gangerhalt. Die Lauffläche sollte breiter als 50 cm sein, damit der Auf- und Abstieg sicher ist, und der Not-Aus muss aus der Gehposition erreichbar bleiben.
Vibrationsplattformen
Vibrationsplattformen werden in Pflegeeinrichtungen eingesetzt, um Muskeltonus, Gleichgewicht und Durchblutung mit minimalem Aufwand für die Bewohnerin oder den Bewohner zu bearbeiten. Sie sind eine Ergänzung und kein Ersatz für Krafttraining, und ihr Einsatz sollte im Einzelfall ärztlich freigegeben werden, da mehrere Erkrankungen Gegenanzeigen darstellen.
Zubehör für sanfte Gymnastik
Zur Ergänzung des Raums oder für Gruppeneinheiten abseits der Geräte: leichte Widerstandsbänder, Koordinationsbälle, Reifen, kleine Hanteln von 0,5 bis 2 kg und wandmontierte Haltestangen. Damit lässt sich Gleichgewicht und Propriozeption im Sitzen oder im Stehen mit Halt trainieren, und genau dieses Zubehör nutzt am Ende die größte Zahl an Bewohnerinnen und Bewohnern.
Größe und Aufteilung des Raums
Für ein Haus mit rund 80 Bewohnerinnen und Bewohnern genügt ein Raum von 30 bis 60 Quadratmetern, um vier bis acht Personen samt Begleitung gleichzeitig aufzunehmen. Der Raum muss mit dem Rollstuhl erreichbar und nutzbar sein, mit einer lichten Durchgangsbreite von mindestens 90 cm, gut beleuchtet und auf angenehmen 18 bis 22 Grad temperiert. Prüfen Sie Durchgangsbreiten und Zugänglichkeitsanforderungen vor der endgültigen Planung anhand der in Ihrem Land geltenden Vorschriften.
Ein gut geplanter Raum gliedert sich in drei Zonen.
- Gerätezone. Zwei bis vier Kraftgeräte mit geführter Last, ein bis zwei Halbliegeergometer, ein Laufband.
- Gymnastikzone. Elastischer, rutschhemmender Boden, Sprossenwand oder Haltestangen und freie Fläche für Gruppeneinheiten mit 3 bis 4 Quadratmetern je Teilnehmerin oder Teilnehmer.
- Ruhe- und Übergangszone. Standfeste Sitzgelegenheiten mit Armlehnen, Trinkwasser und zugängliche Ablage für das Zubehör.
Der Boden ist ein Sicherheitsbauteil
Der Bodenbelag zählt hier mehr als in jedem kommerziellen Studio. Sportbodenbelag aus Gummi mit mindestens 20 mm Stärke dämpft Stoß, mindert die Verletzung bei einem Sturz und lässt sich besser reinigen als ein herkömmlicher Boden. Zwei Eigenschaften sind nicht verhandelbar: Die Oberfläche muss auch feucht rutschhemmend bleiben, und ihre Farbe sollte sich von Wänden und Niveauwechseln abheben, damit Menschen mit Seheinschränkung den Raum lesen können. Unsere Gummi-Bodenfliesen werden nach diesen Kriterien ausgelegt.
Normen und Einstufung
Fitnessgeräte für den Innenbereich im professionellen und beaufsichtigten Einsatz werden nach EN ISO 20957-1 Klasse S eingestuft, der Studioklasse. Gerade in der Pflege zählt zusätzlich die zweite professionelle Klasse: Klasse I ist die professionelle Klasse für barrierefreien Zugang. Sie ist keine Intensitätsstufe oberhalb der Klasse S, sondern eine Einstufung, die sich danach richtet, wer das Gerät nutzt, und sie ist die richtige Referenz, wenn Bewohnerinnen und Bewohner das Gerät aus dem Rollstuhl oder mit eingeschränkter Reichweite und Greifkraft ansteuern.
Lassen Sie sich die Erklärung je Gerät geben, mit Klasse, maximalem Nutzergewicht und Lastbereich einschließlich des Mindestwiderstands. Bei motorisierten Geräten prüfen Sie Not-Aus und Sicherheitsschlüssel. Über die Geräteeinstufung hinaus ist der Raum Teil des Gebäudes und unterliegt den national geltenden Vorschriften zu Brandschutz, Barrierefreiheit und Pflegeeinrichtungen. Klären Sie diese in der Planungsphase mit der zuständigen Behörde, statt sie aus einem anderen Land zu übernehmen.
Betreuung
Zwei Regeln gelten überall, unabhängig vom nationalen Rahmen. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner sollte vor dem Beginn von Widerstandstraining ärztlich oder physiotherapeutisch beurteilt werden, und Einheiten an Geräten dürfen niemals von unqualifiziertem Personal geleitet oder unbeaufsichtigt durchgeführt werden. Wer formal qualifiziert ist, verordnete angepasste körperliche Aktivität anzuleiten, und wie solche Einheiten finanziert werden können, regeln das nationale Recht und die für Ihre Einrichtung zuständige Behörde. Klären Sie beides vor Ort, bevor Sie das Programm darauf aufbauen.
In der Praxis dauern die Einheiten meist 30 bis 45 Minuten, zwei- bis dreimal wöchentlich, in Gruppen von vier bis acht Personen: etwa 10 Minuten Gelenkmobilisation im Sitzen, 20 Minuten Kraft- und Gleichgewichtsarbeit und 10 Minuten Ausklang. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation für ältere Menschen lautet mindestens 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche, zu denen ein solcher Plan beiträgt, ohne sie zu ersetzen.
Das Budget aufbauen
Bauen Sie das Budget aus sechs Positionen auf statt aus einer Gesamtzahl: die Kraftgeräte mit geführter Last, das oder die Halbliegeergometer, das Laufband, den Bodenbelag für den ganzen Raum, das Gymnastikzubehör sowie Lieferung, Montage und Inbetriebnahme. Die Preise unterscheiden sich je nach Baureihe und Ausführung erheblich, besonders bei Laufbändern und Ergometern. Lassen Sie sich daher ein Angebot zur tatsächlichen Liste erstellen, statt mit einer allgemeinen Budgetzahl zu rechnen. Planen Sie Wartung und jährliche Prüfung von Anfang an daneben ein: In der Pflege gehört der Prüfnachweis zur Sorgfaltspflicht und ist kein optionaler Zusatz.
Häufige Fragen
Dürfen alle Bewohnerinnen und Bewohner die Kraftgeräte nutzen?
Nicht ohne vorherige Beurteilung. Die funktionelle Leistungsfähigkeit sollte vor jeder Teilnahme an Widerstandstraining ärztlich oder physiotherapeutisch beurteilt werden. Personen mit hohem Pflegebedarf arbeiten in der Regel mit assistierter Mobilisation oder sanfter Gymnastik, während selbstständigere Bewohnerinnen und Bewohner die Geräte entsprechend der Beurteilung nutzen können.
Genügen Geräte aus einem normalen Studio?
In der Regel nicht. Studiogeräte sind für belastbare Erwachsene ausgelegt, und ihre Gewichtsblöcke beginnen üblicherweise bei etwa 5 bis 10 kg. Für gebrechliche Bewohnerinnen und Bewohner sind Modelle vorzuziehen, deren Widerstand bei 1 oder 2 kg einsetzt, mit vereinfachtem Zugang und verstärkter passiver Sicherheit. Hier lohnt es sich, ausdrücklich nach der Einstufung Klasse I für barrierefreien Zugang zu fragen.
Wie groß sollte der Raum sein?
Für ein Haus mit rund 80 Bewohnerinnen und Bewohnern funktionieren 30 bis 60 Quadratmeter, ausgelegt auf vier bis acht gleichzeitige Nutzende samt Begleitung. Rechnen Sie in der Gruppenzone mit 3 bis 4 Quadratmetern je Person und halten Sie die Wege durchgehend rollstuhlgerecht frei.
Welche Sicherheitsvorkehrungen braucht der Raum?
Vorherige ärztliche Beurteilung jeder Person, ständige Anwesenheit einer qualifizierten Fachkraft, ausdrückliches Verbot der unbeaufsichtigten Nutzung, rutschhemmender Boden, wandmontierte Haltestangen, ausreichende Beleuchtung, ein zugänglicher Defibrillator in unmittelbarer Nähe und ein Erste-Hilfe-Set im Raum.
Wie lange dauert eine Einheit?
Meist 30 bis 45 Minuten, zwei- bis dreimal wöchentlich, in Gruppen von vier bis acht. Zehn Minuten Mobilisation im Sitzen, zwanzig Minuten Kraft und Gleichgewicht und zehn Minuten Ausklang sind eine tragfähige Struktur.
Verändert ein Fitnessraum die Situation der Bewohnerschaft wirklich?
Die veröffentlichten Ergebnisse sind ermutigend. Ein zwölfwöchiges Kraftprogramm mit drei Einheiten pro Woche zeigte bei älteren Personen Verbesserungen von rund 29 Prozent an der Beinpresse und 33 Prozent bei der Kniestreckung, Zugewinne, die sich unmittelbar beim Aufstehen vom Stuhl, beim Treppensteigen und beim selbstständigen Gehen bemerkbar machen.
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Light In Fitness stattet Pflegeeinrichtungen und Seniorenresidenzen mit Kraftgeräten, Liegeergometern, Laufbändern und dämpfenden Bodenbelägen für gebrechliche Nutzergruppen aus und begleitet Leitungen und Architekturbüros bei der Raumaufteilung, der Geräteauswahl für die eigene Bewohnerschaft und der Erstellung des Leistungsverzeichnisses für öffentliche Ausschreibungen. Senden Sie uns Raummaße, Bewohnerprofil und die geplante Zahl gleichzeitiger Nutzender und fordern Sie ein Angebot an für den kompletten Raum.
Réalisations documentées
- Dalles et sols sportifs : livraisons documentees – plusieurs chantiers
- Sol sportif exterieur, square Georges-Vallerey – Taverny (95)
Sources et références
- Code du sport, articles R322-4 à R322-43 – garanties d’hygiène et de sécurité applicables aux établissements d’activités physiques et sportives (Légifrance)
- NF EN ISO 20957-1 – équipement d’entraînement fixe, partie 1 : exigences générales de sécurité et méthodes d’essai (AFNOR)
- AFNOR Normalisation – dossier thématique sur les appareils d’entraînement fixes et leurs classes d’usage



